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Was ist Glück? Macht Geld glücklich? Findet man sein Glück im Casino? Diesen Fragen ging der inklusive Theaterclub Melo in seinem neuen Stück „Mau Mau Royal“ nach, das am 13. Juni 2019 Premiere im Theater der Jungen Welt hatte. Glückssache war es schon, Karten für die Erstvorstellung zu bekommen, denn die war bereits Wochen vorher ausverkauft.

Die siebzig glücklichen Personen, die eine Karte ergattern konnten, wurden vor dem Theatersaal auf das Thema des Abends eingestimmt. Am Einlass mussten die Zuschauer ihre Eintrittskarte gegen Spielgeld eintauschen. Ungefähr ein Viertel des Publikums durfte zusammen mit einigen Schauspielern an Spieltischen platznehmen, alle anderen auf der Tribüne. An den Tischen wurde Poker, Roulett oder Mau Mau gespielt. Aber auch die Zuschauer auf der Tribüne bekamen die Chance, Geld zu gewinnen. Sie wurden aufgefordert, ihre Pferdewette zu platzieren. Das Pferderennen wurde auf einem Monitor übertragen.
 
Die Frage, ob man in einem Casino oder Theater sei, war durchaus berechtigt. Doch plötzlich ertönten schrille Klänge und die Schauspieler an den Tischen begannen das Stück mit einer Choreografie. Eine Seiltänzerin hangelte unter Applaus an einem langen Tuch, verhedderte sich aber „unglücklich“. Dann war da noch die Barchefin, die mit ihrer Position im Casino nicht glücklich war, denn ständig lächeln kann sehr anstrengend sein. Oder die Hausfrau, die ihr Leben nicht auf die Reihe bekommt und sich fragt, ob sie nicht doch besser zu Hause sein solle, anstatt im Casino. Und so erfuhren die Zuschauer, dass nicht alles Gold ist, was in der Glücksspiel-Welt glänzt.

 
Die aufwändige Kulisse, das Einbeziehen der Zuschauer und die originelle Inszenierung wurden am Ende mit großem Beifall belohnt und schon währen der Aufführung gab es Szenenapplaus vom Publikum. Die Vorstellungen am 14. und 16. Juni waren trotz zusätzlicher Plätze ebenfalls ausverkauft.

 

 

 
Olaf Kühne, Teilnehmer des Club Melo:

 
Bei „Mau Mau Royal“ ging es um Glücksspiel. An diesem Spiel konnten auch die Zuschauer mit teilnehmen. Es gab fünf verschiedene Spieltische und auch Pferdewetten. Eine Bar gab es auch, an der ich als Barkeeper Frank gearbeitet hatte. Es gab auch eine Barchefin, die mit Frank befreundet war. Die Seilakrobatin hingegen hatte keinen Respekt vor mir. Sie war eiskalt und hatte von mir Abstand gehalten. Zum Schluss wurde auch noch der Besitzer des Casinos festgenommen, weil er Falschgeld in Umlauf brachte. Zu unserer Premiere waren ca. 70 Zuschauer da und am Freitag ebenfalls. Am Sonntag waren es ca. 80 Zuschauer. Da gab es mehr Plätze im Theatersaal. Jetzt ist erst einmal Pause und im Oktober geht es mit dem Club Melo weiter. Wir wissen noch nicht mit welchen Stück. Seid gespannt!

 

 

 

Der inklusive Theaterclub Melo ist ein Kooperationsprojekt der Lebenshilfe Leipzig und des Theaters der Jungen Welt. Die Spielzeit 2018/19 wurde vom Freistaat Sachsen und der Aktion Mensch gefördert.