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Wohnheimkonzerte der MDR-Musiker bringen Abwechslung in den Corona-Alltag

Die strengen Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus waren vor allem für die Bewohner*innen der drei Lebenshilfe-Wohnstätten sehr einschneidend. Wochenlang durften sie ihre Einrichtung nicht bzw. nur vereinzelt und in Begleitung verlassen. Besuche waren zu Beginn der Pandemie überhaupt nicht erlaubt. Ab Mai durften nahe Angehörige nach Absprache und unter Sicherheitsvorkehrungen die Wohnstätten betreten. In solch schweren Zeiten ist es wichtig, dass man Freunde hat, die an einen denken und für kleine Überraschungen sorgen.

So wie unsere Paten vom MDR-Sinfonieorchester, die die Lebenshilfe Leipzig seit 23 Jahren unterstützen. Anja Pottier, Violinistin und eine der Verantwortlichen für die Patenschaft "Lebenshilfe durch Musik", trommelte einige ihrer Musikerkollegen zusammen und bot der Lebenshilfe Leipzig an, kleine Konzerte für die Heimbewohner*innen zu spielen. Am 8. und am 15. Juni 2020 war es soweit. Um Kontakte zu vermeiden, spielten die Musiker außerhalb der Gebäude. Das Publikum saß mit ausreichend Abstand um sie herum oder schaute vom Fenster aus zu.

"Das war ein sehr schönes Konzert, das hat mir sehr gefallen", war André Christ, Bewohner des "Haus Rosenweg" begeistert. Auch die Bewohner*innen der "Villa am Palmengarten" waren voll des Lobes. "Das haben sie sehr schön gemacht", freute sich Silvia Winter.

Wegen der Corona-Krise und den damit verbundenen Kontaktbeschränkungen durfte das MDR-Sinfonieorchester wochenlang nicht auftreten. Daher starteten sie mit ihren Kollegen vom MDR-Rundfunkchor Ende April den Liederlieferdienst. In kleineren Gruppen waren die Musiker in Mitteldeutschland unterwegs, um Menschen eine Freude zu bereiten. "Geliefert" wurde oftmals an Bewohner von Pflege- oder Seniorenheimen, aber auch an Krankenhäuser oder Tierheime. Über 700 Anfragen bekam der MDR laut eigenen Angaben und spielte fast 300 Konzerte an 187 Orten.

"Für die Musiker ist es immer sehr wichtig und natürlich schön, die Menschen mit ihrer Musik zu erreichen", so Anja Pottier. "Da sind diese kleinen Konzerte, die man direkt zum Menschen hinbringt, natürlich sehr gut geeignet. Das Publikum hat dabei endlich auch mal die Möglichkeit, nahe dran zu sein und auch mal etwas zu fragen oder mit den Musikern Kontakt aufzunehmen, dazu die kleinen Moderationen. Das schafft alles Nähe, die man im Konzertsaal nicht findet. Es ist, zumindest hoffe ich das, für beide Seiten sehr bereichernd. Speziell in den Heimen für Menschen mit Behinderung kann man durch diese kleinen Angebote das Publikum mehr mitnehmen. Und außerdem die Musik zu denen bringen, die nicht die Möglichkeit haben, Konzerte zu besuchen. Uns macht das jedenfalls immer wieder aufs neue glücklich die Freude der Bewohner der Heime in Leipzig zu erleben und speziell die ehrliche und unkonventionelle Reaktion."

Die Lebenshilfe Leipzig bedankt sich sehr herzlich für den Besuch und die drei tollen Konzerte.