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Theaterprojekt der Lebenshilfe Leipzig lässt sich von Corona nicht unterkriegen

Wie geht es jetzt weiter? Vor dieser Frage stand im März dieses Jahres der inklusive Theaterclub „Melo“ sowie die gesamte Kunst- und Kulturszene Deutschlands. Die Corona-Pandemie hatte die Welt im Griff, ein regulärer Theaterbetrieb war nicht absehbar.

Seit Ende Oktober 2019 probte der Club Melo an seinem neuen Stück, das im Juni 2020 Bühnenpremiere haben sollte. Doch während des sogenannten Shutdowns wurde klar, dass daraus nichts wird. Das Theater der Jungen Welt, mit dem die Lebenshilfe Leipzig kooperiert und in dem der Club Melo probt, steckte jedoch den Kopf nicht in den Sand und wusste sich zu helfen. Um den Theaterclubs die Möglichkeit zu geben, sich und ihre Arbeiten zu präsentieren, wurde ein virtuelles Theaterfestival organisiert, an dem sich auch der Club Melo mit dem Hörspiel „Gewaltig“ beteiligte.

Das Stück behandelt Themen, die die Schauspieler persönlich betreffen oder beschäftigen. „Die Idee hatte seinen Ursprung im Selbstvertreterkongress der Lebenshilfe, der im vergangenen Jahr in Leipzig stattfand und an dem wir mitgewirkt haben“, so Josephine Wöhler, die zusammen mit Katherina Winkler und Ella Burkhard als freiberufliche Theaterpädagogin den Club Melo leitet. „Wir wollten uns als Gruppe Gehör verschaffen mit unseren Themen. Wie will ich mein Leben gestalten, wo und wie erfahre ich Grenzen und wer hilft mir auf, wenn ich am Boden bin?“ Die Gruppe hatte dazu viele Texte zusammengetragen und schon eine Choreographie erarbeitet. Aber ein Hörspiel ist kein Bühnenstück und so musste einiges geändert und angepasst werden. Per Videokonferenz traf sich die Gruppe zu Besprechungen und als es wieder möglich war, konnten auch die Schauspieler mit Behinderung in ihren Wohnstätten oder zu Hause besucht werden, um mit ihnen Audiobeiträge aufzunehmen. „Weil ich wegen dem Virus nicht zum Theater gehen konnte, kam der Jan zu mir ins Wohnheim“, erinnert sich Roberto Ispan. „Ihm habe ich meinen Text aufgesagt und er hat ihn aufgenommen.“ Die Theaterpädagogen und Schauspieler ohne Behinderung nahmen sich viel Zeit und scheuten keinen Aufwand, um individuell auf alle Beteiligten einzugehen und technische Barrieren sowie räumliche Entfernungen zu überwinden. Sogar eine virtuelle Chorprobe fand statt, die der Musiker Matthias Queck leitete und die für alle eine besondere Erfahrung war.

Szene aus „Gewaltig“. Das Hörspiel wurde von der Illustratorin Simone Fass mit Zeichnungen veranschaulicht.

Um das Hörspiel zu visualisieren und das Gesagte zu untermalen, fertigte die Illustratorin Simone Fass Zeichnungen an. Zudem wurde das Stück für die Premiere am 28. Juni 2020 von Lea Wolski in Gebärdensprache gedolmetscht. „Gewaltig“ sowie die anderen Festival-Beiträge sind auf der Website www.juwi-festival.live zu sehen und zu hören. (Anmerkung: Die Videos wurden inzwischen wieder von der Seite genommen. "Gewaltig" finden Sie HIER.)

 

Das Plakat zum Hörspiel mit Details der Darsteller. Gestaltet von Thomas Bär, Musiker, Fotograf und Darsteller im Club Melo.

 

Es sprechen und singen: Hani, Lena, Juliane, Renate, Lukas, Jan, Dominique, Clemens, Giorgi, Sirin, Julia, Roberto, Julia, Malin, Stephanie, Karl, Adrienne, Mathea

Chorleitung: Matthias Queck

Assistenz: Julia Siebeky

Schnitt: Josephine Wöhler, Ella Burkhard, Thomas Bär

Bildbearbeitung und Musik: Thomas Bär

Gebärdensprachdolmetscherin: Lea Wolski

Illustration: Simone Fass

Leitung: Josephine Wöhler, Ella Burkhard, Katherina Winkler

 

 

 

 

 

 

Der inklusive Theaterclub „Melo“ entstand aus einem Theaterzirkel der Lebenshilfe Werkstatt in Leipzig und wird gefördert von der Aktion Mensch.