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In unserer Wohnstätte "Villa am Palmengarten" fand im vergangenen Jahr ein zweiteiliger Kunst-Workshop für die Bewohner statt. Geleitet wurde der Workshop von der Künstlerin Johanne Ritter und dem Künstler Paul Striegel. Mit welchen Materialen gearbeitet wurde und was am Ende entstand, beschreibt Johanne Ritter in einem kurzen Rückblick.

 

Sommer-Kunst-Workshop-Woche

Im Garten der Villa am Palmengarten, Lebenshilfe Leipzig e.V.

Nach einem Brunch zur Einstimmung am ersten Tag waren die 9 Teilnehmer*innen eingeladen sich gemeinsam mit den Künstler*innen Paul Striegel und Johanne Ritter in einen kreativen Prozess zu begeben und mit grafischen Mitteln und Techniken ihr Können zu zeigen.

Neben Blei-, Filz- und Buntstiften und Papieren in verschiedenen Stärken und Tönen, von Schwarz über Grau bis Weiß, stand als weiteres Werkzeug ein Kopiergerät zur Verfügung. Damit gab es die Möglichkeit farbige Zeichnungen/Collagen in Graustufen-Bilder umzuwandeln und/oder verkleinert oder vergrößert zu reproduzieren. Je nach Wetter, unter freiem Himmel oder unter dem Sonnenschutz, wurde gemeinsam oder individuell gearbeitet, experimentiert, sich ausgetauscht und sich gegenseitig inspiriert.

Die redaktionelle Arbeit, also das Entscheiden darüber, welche der in den ersten Tagen des Workshops entstandenen Grafiken auf einer eigenen Doppelseite im Heft erscheinen sollen, war für manche der Teilnehmenden ganz klar, für andere, auch wegen der großen Auswahl, eine kleine Herausforderung. Die Gestaltung, also in welcher Größe, Anordnung und Reihenfolge die ausgewählten Bilder erscheinen sollen, wurde ebenso wie die kollektive Gestaltung des Titels und des Umschlages gemeinsam überlegt und in einem finalen „Master-Heft“ fixiert. Dieses diente dann als Vorlage zur Vervielfältigung.

Am letzten Tag wurden die reproduzierten Seiten gefaltet, sortiert und geheftet - so dass jede*r Teilnehmer*in schließlich eines von 15 Exemplaren der gemeinsam, auf analogem Weg hergestellten Grafiksammlung im Format eines A4-Heftes in den Händen halten konnte.

/// Beschreibung zum Heft:

Beim Durchblättern des Heftes fällt auf, das für einige Teilnehmer*innen das Motiv „Haus“ in ihrer kreativen Beschäftigung während des Workshops eine Rolle spielte. So zum Beispiel die kraftvoll gezeichneten Variationen mit den Hausnummern 10 und 11, die fein gezeichneten Architekturen in blütenreicher Umgebung, die fensterbetonte Fassade auf schwarzem Grund, die klare Ansicht mit Sonne und Wolken, die Gebäude eines Zoos, die dynamisch collagierten Wohnhäuser mit rauchenden Schornsteinen, oder der virtuos gezeichnete, verstellte Blick in einen Innenraum. Aber auch ungegenständliche Arbeiten wie zum Beispiel die rhythmischen, schwungvollen Linien-Blätter oder die textartigen Zeichen-Zeichnungen können in dieser ansehnlichen Grafik-Sammlung betrachtet werden.

 

Oktober-Kunst-Kurs „Atelier“

Im Anschluss an den Sommer-Workshop gab es ein Wiedersehen mit den kunstinteressierten und künstlerisch aktiven Bewohner*innen. In der Gruppe durften wir aber auch neue Gesichter begrüßen und kennenlernen. Um gemeinsam einen offenen Atelier-Raum zu schaffen und darin zu wirken, waren die zehn Teilnehmer*innen waren eingeladen sich an vier Wochenenden mit den Künstler*innen Paul Striegel und Johanne Ritter zu treffen.

Neben unterschiedlichen Materialien zum Zeichnen, Malen und Collagieren standen auch Zeitungspapier, Pappe und Kleister zum plastischen, objekthaften Arbeiten bereit. Damit konnte jede*r nach eigenen Vorlieben arbeiten, individuelle Ansätze, Motive, Ideen und Arbeitsweisen ausbauen, vertiefen oder entwickeln.

Einige Teilnehmer*innen hatten klare Vorstellungen von dem was sie machen wollten, richteten sich souverän ihren Arbeitsplatz mit den entsprechenden Materialien ein und legten los. Andere ließen sich erstmal inspirieren, nahmen die Atmosphäre auf und/oder kamen bei Kaffee und Gebäck ins Gespräch. Ideen und Impulse wurden aufgegriffen, umgesetzt und weitergeführt. Erfahrungen mit Werkzeugen, Material und Arbeitsweisen wurden gesammelt und ausgetauscht. In Vordergrund stand der Spaß am gemeinsamen Probieren, Verwerfen und Improvisieren, mit Blick auf eine bestimmte Idee oder ganz frei nach Gefühl.

Zum Ende jeder Session wurden Zwischenstände, Zustände und Wege zu den Zeichnungen und Objekten besprochen. Was gut ging, was fertig ist, was weg kann und woran am nächsten Wochenende weitergearbeitet werden kann.

Als Abschluss des Kurses wurden entstandene Werke im Foyer der Villa präsentiert. Die Auswahl war für einige Teilnehmer*innen ganz klar auf ein oder zwei besonders gelungene begrenzt - andere entschieden sich einen tieferen Einblick in die Entwicklung ihres künstlerischen Prozesses zu geben und alle Arbeiten zu zeigen. Eine der Teilnehmer*innen hielt eine Rede in der sie einzelne Arbeiten für die Besucher*innen beschrieb und in ein Gespräch mit den Kunstschaffenden einleitete. Dazu wurde mit Knabbereien und Sekt auf den gelungenen gemeinsamen Prozess angestoßen.

Konzept: Paul Striegel & Johanne Ritter / Text & Fotos: J. Ritter 

 

Leichte Sprache

Rückblick: Sommer-Kunst-Workshop-Woche

Mit den Künstler*innen Paul Striegel und Johanne Ritter.

Im Garten der Villa am Palmengarten, Leipzig, 2021

 

In einem Workshop kann man etwas lernen und sich austauschen.

In diesem Workshop konnte man zeichnen und lernen wie man ein Heft machen kann.

Der Workshop war offen für alle.

Man musste sich aber vorher anmelden.

9 Leute haben mitgemacht.

Es gab viel Material zum Zeichnen und Kleben.

Zum Beispiel Stifte und Papiere in Schwarz, Grau und Weiß.

Es gab auch einen Kopierer.

Mit dem Kopierer kann man von einem Original-Bild ein kopiertes Bild machen. Eine Kopie.
Zum Original-Bild kann man auch Vorlage sagen.

Man kann mit dem Kopierer auch Bilder kleiner oder größer machen.

Zuerst haben wir zuerst viel gezeichnet, geklebt und Bilder größer oder kleiner gemacht.

Wir haben uns auch über die Bilder unterhalten und was wir darauf sehen können.

Dann haben wir überlegt welche Bilder besonders sind und im Heft sein sollen.

Jede*r Teilnehmer*in hat eine eigene Doppel-Seite gestaltet.

Eine Doppel-Seite ist das was man sieht, wenn ein Heft aufgeschlagen ist.

Eine Doppel-Seite besteht aus zwei Seiten. Einer linken und einer rechten Seite.

In der Mitte ist der Falz.

Was außen ist heißt Umschlag.

Den Umschlag haben wir gemeinsam gestaltet.

Auf dem Umschlag ist von jede*m etwas zu sehen.

Die Doppel-Seiten und der Umschlag zusammen sind das Original-Heft. Die Vorlage.

Die Vorlage haben wir 15 mal kopiert.

Die kopierten Seiten haben wir sortiert und in der Mitte gefaltet und ineinander gesteckt.

Dann haben wir die Hefte mit Heftklammern zusammengeheftet.

Zum Schluss haben wir jedem Heft eine Nummer von 1 bis 15 gegeben.

Im Impressum konnte jede*r sein eigenes Exemplar signieren.

Exemplar bedeutet: Eins von Vielen die gleich sind.

Signieren ist so ähnlich wie unterschreiben. Es bedeutet: dieses Werk habe ich gemacht.

Ein Impressum ist eine kleine Information über das Heft und wie es entstanden ist.

 

Rückblick: Oktober-Kunst-Kurs „Atelier“

Ein Atelier ist ein Raum in dem man Kunst machen kann.

Im Atelier kann man mit seinen liebsten Materialien arbeiten.

Man kann experimentieren, etwas entwickeln und etwas neues probieren.

Man kann sich inspirieren lassen und man kann machen was man will.

Ein Kurs geht meistens über eine längere Zeit.

Man kann sich regelmäßig treffen, gemeinsam Kunst machen und sich austauschen.

Wenn man eine Idee hat und dabei Unterstützung braucht, helfen wir uns gegenseitig.

Der Atelier-Kurs war offen für alle.

Man musste sich aber vorher anmelden.

10 Leute haben mitgemacht.

Es gab viel Material zum Zeichnen und Basteln.

Zum Beispiel Stifte, Papiere, Pappen, Farben und Pinsel.

Es gab auch viel alte Zeitung und Tapetenkleister.

Mit der Zeitung und dem Tapeten-Kleister kann man Objekte basteln.

Ein Objekt kann auch Modell heißen, oder Figur, oder Plastik.

Objekte kann man auch bemalen.

Die Farbe und der Tapetenkleister brauchen Zeit zum Trocknen.

Man kann natürlich auch auf den feuchten Kleister drauf malen -

Aber es sieht dann anders aus. Es vermischt sich.

Wenn etwas noch nicht fertig oder trocken war

haben wir am nächsten Wochenende daran weiter gearbeitet.

In der Zwischenzeit konnte etwas anderes probiert werden.

Am Ende haben wir anderen gezeigt was wir gemacht haben.

Dafür haben alle ihre liebsten Werke an die Wand gehängt,

oder auf einen Tisch gestellt.

Es gab eine Rede und Sekt zum Anstoßen - auf die gemeinsame Arbeit!

 

Oktober-Kunst-Kurs „Atelier“ / Villa am Palmengarten / 2021 /

Konzept: Paul Striegel & Johanne Ritter / Text & Fotos: J. Ritter