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Der Club Melo ist eine im Theater der Jungen Welt ansässige Schauspielgruppe, die unter professionellen Bedingungen Theater spielt und aufführt. Der Club ist offen für Menschen mit und ohne Behinderung. Der Theaterclub folgt dem Anspruch, unter professionellen Bedingungen am Theaterbetrieb der Stadt Leipzig teilzunehmen.

Geprobt wird regelmäßig in den Räumlichkeiten des Theaters der Jungen Welt. Die Gruppe wird von ausgebildeten Theaterpädagoginnen und Theaterpädagogen geleitet. Requisite und Bühnenbild müssen den Anforderungen professionellen Theaters genügen. Nach einem Probenzyklus finden Aufführungen im Rahmen des regulären Theaterbetriebs statt.

Der Club Melo entstand aus dem Theaterzirkel der Lebenshilfe Werkstatt und führt diesen inklusiv weiter. Ziel ist es nicht nur, die Schauspielbühnen für Menschen mit Behinderung zu öffnen, sondern im Theaterrahmen Menschen aller Couleur aufeinandertreffen zu lassen. Im Club arbeiten Beschäftigte der Lebenshilfe Werkstatt mit Laiendarstellerinnen und -darstellern aus ganz Leipzig zusammen.

Die Dynamik der Gruppe ist vom Wechselspiel aus Darstellerschaft und Leitung geprägt: Die Gruppe einigt sich auf Inhalte und bringt Ideen zur Umsetzung ein, die Leiterin konzipiert Wege, diese Ideen umzusetzen und fixiert das Resultat in einem Textbuch. Durch die gleichberechtigte Einbindung aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den kreativen Prozess entsteht eine vielfältige und eigenständige Form des Theaters.

Der erste Club Melo fand in der Spielzeit 2014/2015 zusammen und verfolgte im Stück „Die verlorenen Jungs“ Themen aus „Peter Pan“: Die Suche nach einer Mutter; der Traum davon, nie erwachsen zu werden; die unbändige Kraft von Spiel und Fantasie.

Im Sommer 2015 erlebte das Stück eine ausverkaufte Premiere auf der großen Bühne des Theaters der Jungen Welt.

Doch der Reiz des Club Melo ist nicht auf heimische Bühnen angewiesen, wie ein umjubeltes Gastspiel am Stadttheater Minden im Oktober 2015 zeigte. Mit standing ovations wurde das Darstellerteam verabschiedet. Melo steht auch für weitere Gastspiele zur Verfügung.

Im Jahr darauf folgte die moderne Westernproduktion "Staub in den Augen", die unter freiem Himmel in der ehemaligen Dietzold-Fabrik seine Premiere hatte.

2017 drehte sich am Theater der Jungen Welt alles um das Thema "Zuhause". Dazu hatte auch der Club Melo etwas zu sagen und so entstand das Stück "Heeme" (sächsisch für Zuhause). Das Stück handelte von Problemen in Wohngemeinschaften: Wie gestaltet sich ein harmonisches Zusammenleben, wer übernimmt welche Aufgaben, wie findet man neue Mitbewohner. Neu an diesem Stück waren eingeblendete Videosequenzen mit Details oder Gegenständen aus den Wohnungen der Darsteller.

Dieses Jahr wagte sich der Club an Georg Büchners "Woyzeck".

Szene aus "Woyzeck", Sommertheater, Garten der GfZK

Der inklusive Theaterclub verfolgt auch das Ziel, die Rezeptionshaltung des Publikums in Richtung Inklusion zu öffnen. Das entstandene Theaterstück soll nicht als Förder- oder Therapiemaßnahme, sondern schlicht als Theater wahrgenommen werden. Die Zuschauerinnen und Zuschauer beurteilen das Stück nicht anhand der persönlichen Eigenschaften der Schauspieler, sondern anhand der künstlerischen Leistung.

Schussszene "Woyzeck"



Der Club Melo wurde und wird gefördert vom Freistaat Sachsen, der Aktion Mensch und dem Sozialamt der Stadt Leipzig.