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Im Förder- und Betreuungsbereich werden Menschen betreut, die aufgrund der Schwere ihrer Behinderung nicht bzw. noch nicht die Voraussetzung für die Aufnahme in die Werkstatt erfüllen. Ziel ist es, dass die Teilnehmer im Förder- und Betreuungsbereich es eines Tages schaffen, in den Berufsbildungs- und später auch in den Arbeitsbereich der Werkstatt zu wechseln. Für viele behinderte Menschen ist das ein schwieriger und langer Weg.

Das Haus hat eine Kapazität von 18 Plätzen. Aktuell werden von Montag bis Freitag 18 erwachsene Menschen mit zum Teil sehr schweren Behinderungen betreut und gefördert. Die Teilnehmer kommen in der Regel aus dem häuslichen Bereich der Eltern. Der Betreuungsschlüssel liegt in der Regel bei eins zu drei, d.h. jeder Betreuer kümmert sich um drei Personen.

Der im Jahr 2010 eröffnete neue Förder- und Betreuungsbereich auf dem Gelände der Ernst-Keil-Straße 15 bietet ferner auch Rückzugsmöglichkeiten, die es vorher nicht gab: einen Ruheraum mit Sofas, Hängematte und einem Pflegebett, so dass auch schwerstmehrfach behinderte Menschen gut versorgt werden können. Dazu gibt es auch ein großzügiges Badezimmer mit Pflegewanne. Eine Besonderheit ist der Snoezelraum - mit Wasserbett, therapeutischen Lichteffekten und großer Lavalampe. Dieser dient der Entspannung und basalen Stimulation.

Im Mittelpunkt der Betreuung steht die kontinuierliche Förderung jedes Einzelnen bezüglich der Alltagskompetenzen und der Selbständigkeit. So werden alle betreuten Personen, ihren Fähigkeiten entsprechend, in die alltäglichen Handlungen mit einbezogen. Dazu gehört die Vermittlung lebenspraktischer Fähigkeiten, wie die Zubereitung von Nahrung, der Umgang mit Geld, Ordnung zu schaffen oder sich in eine Gruppe einzuordnen. Für viele Teilnehmer sind dies ganz neue Herausforderungen.

Der Tag beginnt mit dem morgendlichen Singen. Im Anschluss wird jeden Morgen gemeinsam mit den Betreuern das Frühstück zubereitet. Der große Gemeinschaftsraum mit Kochbereich bietet ausreichend Platz dafür.

Montags gehen alle zusammen fürs tägliche Frühstück einkaufen. Dazu gibt es gemeinsame Koch- und Putztage. Weiterhin wird auch gemeinsam gebastelt. Auch hier gilt, es machen alle so gut mit, wie sie können.

Eine besondere Bereicherung bietet in den warmen Monaten des Jahres die Außenanlage, direkt hinter dem Förder- und Betreuungsbereich, sowie der benachbarte Garten auf dem Gelände der Ernst-Keil-Straße 17. Dort werden Kräuter und Gemüse aufgezogen, was für viele Teilnehmer ein besonderes Erlebnis darstellt. So erleben sie, wie aus eher unscheinbaren Samen köstliches Gemüse entsteht.

Hinzu kommen viele gemeinsame Aktivitäten. So gehört das gemeinsame Schwimmen genauso zum Alltag vieler Teilnehmer wie kleine Ausflüge, denn die Teilhabe an der Gesellschaft ist eines der wichtigsten Ziele des Förder- und Betreuungsbereiches.

Ein weiteres besonderes Angebot des Förder- und Betreuungsbereichs ist die Offene Kunstwerkstatt, in der Teilnehmer/innen und professionelle Künstler/innen gemeinsam arbeiten.